“hochflieg & abstürz – z.b. liebe”

©Noah Cohen liebe 1

Erfolgreiche Premiere im Maurerhansl – Katalin Fischer verwebt Weltliteratur

DIESSEN – Es ist ein gutes Theater in zweierlei Hinsicht: Einmal ist Diessens älteste Wirtschaft und Herberge neu belebt mit Theaterluft, die hier seit bald einem halben Jahrhundert durch die Hallen weht. Und zum anderen ist Katalin Fischer mit ihrer Virtuellen Companie ein neuer Coup gelungen: Die Erfolgsautorin aus Dettenschwang – zugleich Journalisten, gelernte Schauspielerin und Regisseurin – hat bei ihrer Premiere von Hochflieg + Abstürz erlebenswerte inszenierte Lesung auf die Bühne gebracht.

Das Premieren-Publikum war des Lobes voll: Witzig, amüsant und zum Nachdenken wert, apostrophieren die durchwegs auch als bekannte „Maurerhansl-Theatergänger“ das intelligente Sprechtheater ganz im Stile von Katalin Fischer, die hohen Anspruch an die Modernität und zeitgenössische Interpretation des Bühnengeschehens stellt. Genau das hat sie mit Erfolg im vergangenen Jahr mit ihrer Neuinterpretation der Passionsgeschichte „Schuld“ zwischen dem Ammersee und München auf bekannten Bühnen bewiesen.

Wieder holt sie mit Schauspieler ins Rampenlicht, die auch aus ihrer Theatertradition und ihrem Theaterverständnis kommen: Gabi Fischer und  Michael Pohl, die hierzulande bekannte Darsteller sind und auf deren Begegnung sich der Bühnen-Insider stets freut. Sie setzen mit ihren akzentuierenden Stimmen, wo das hinhören und mitdenken Freude macht, genial in Szene, was den Menschen schlechthin stets und immer beschäftigt: die zwischenmenschlichen Töne, Befindlichkeiten, Empfindungen, wallende Emotionen und Resignation, herzanzündende Wärme, Sinnlichkeit über Ablehnung, Zweifel bis zu beziehungsmäßigen Unmut.

Der Rahmen ist genial, benutzt er doch als Klammer für zahlreiche literarische Ausformungen rund um die Liebe – den Sommernachtstraum. Der Klassiker für emotionale Wallungen von William Shakespeare bildet die zentrale Handlung. Gleich einem flächendeckenden Gemälde in Farbmalerei switchen zwischen Shakespeares Textpassagen allerhand Wortspielereien, Gedichte, Wortmalereien von Dichtern unterschiedlicher Stilrichtungen und Sichtweisen. Wohl nicht immer gleich erkennbar, streuen die Schauspieler ganz dezent ein, ob es sich um „Wörter machen Leute“ von Wolf Schneider handelt oder um „Brechmittel Liebe“ von Timmo Strohm.

Aufmerksam hinhören ist gefragt – und genau hinschauen. Denn mit wechselnden Hüten zeigen Gabi Fischer und Michael Pohl, wen sie gerade darstellen. Der musikalische Rahmen vom Grammophon stößt neben dem Wort ebenfalls Gefühlswelten an und Katalin Fischer schafft vom Bühnenrand aus die Verbindung zwischen den literarischen Stellen mit Kommentaren, Einwürfen und Auswürfen. Dazu gehören Texte von Sören Kirkegaad, Mascha Kaléko, Emily Dickinson, Ulla Hahn, Ödön von Horvath und Frigyes Karinthy. Letztgenannter beendet das Spektakel komisch-humoristisch: „Meine Frau ist mir verdächtig.“ Als er die Zweifel nicht mehr bremsen kann, kommt er auf die Idee, er könne ihr ein Schnürchen um den Fuß binden, damit er sich zurückziehen  könne, wenn es ihm beliebt. Dabei stellt er fest: „Meine Frau ist doch nicht verdächtig. Nur manchmal, wenn ich sie zurückziehe, scheint sie doppelt so schwer zu sein.“

hochflieg & abstürz – z. B. liebe wird weiter aufgeführt in Kaltenberg und Hechenwang, sowie im Kurparkschlösschen in Herrsching. Weitere Termine auf Anfrage.

Unser Bild zeigt die Darsteller Gabi Fischer, Michael Pohl und die Katalin Fischer. Vorne am Bühnenrand Maran Fesser vom Mauererhansl. Foto: Noah.

Pressestimmen

„Katalin Fischer ist mir ihrer Virtuellen Companie ein neuer Coup gelungen, hochflieg & abstürz“. Das Premierenpublikum war des Lobes voll: witzig, amüsant und zum Nachdenken wert. Gabi Fischer und Michael Pohl setzen genial in Szene, was den Menschen schlechthin beschäftigt.“ (Ammerseekurier)

“Eine ungewöhnliche, charmant inszenierte Lesung zum Thema Liebe. Es ist ein unterhaltsamer Abend zum Nachdenken und Schmunzeln.“ (Augsburger Allgemeine)